21. April 2024

The Show must go on

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Schule soll für Kinder von Anfang an ein demokratischer Ort sein und sie für die Demokratie stärken, sowie sie bei der Entwicklung zu mündigen Bürgern unterstützen, welche aktiv unsere Gesellschaft mitgestalten sollen. Schulische Bildung leistet somit einen elementaren Beitrag zur Anerkennung von Individualität und Vielfalt und zur Integration unterschiedlicher sozialer, biografischer und kultureller Lebens- und Lernerfahrungen. In der Grundschule Maßweiler sollen demokratische und menschenrechtliche Werte und Normen, Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität, Zivilcourage, Respekt und Vertrauen im Umgang miteinander nicht nur gelehrt und gelernt werden, sondern auch tagtäglich gelebt und erfahren werden. Unsere Schüler und Schülerinnen übernehmen hierbei Verantwortung für sich selbst, aber auch für die Klassen- und Schulgemeinschaft und beteiligen sich unmittelbar an wichtigen Entscheidungen für unsere Schule, da sie besonders über die persönliche Erfahrung und das eigene Handeln demokratisches Verständnis entwickeln. Die Partizipation ist im Qualitätsprogramm unserer Schule fest verankert und zieht sich somit durch viele Bereiche unseres Schullebens, wie z. B. Klassenrat, Schülerparlament usw. Somit wird das Lernen im Fachunterricht erweitert durch das Lernen durch Demokratie im Schulleben und ein Lernen für Demokratie im kommunalen und gesellschaftlichen Umfeld.
In Zeiten einer Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen, kamen viele dieser notwendigen, praktischen Erfahrungen zu kurz. Zudem gab es aufgrund der vielen Vorgaben weniger Handlungsraum um demokratische Entscheidungen durchführen zu können. Beispielweise sollte die Sitzordnung nicht mehr geändert werden, aufgrund des Abstandsgebotes waren etliche Sozialformen nicht mehr möglich, durch die Antigenselbsttests entfällt wertvolle Unterrichtszeit, Klassenfahrten, Tagesausflüge, Schulfeste und noch viele andere Aktivitäten bei den die Kinder sich einbringen und entscheiden konnten, entfielen pandemiebedingt.

In unserem Projekt können die Schüler aktiv demokratisch handeln, indem sie von Anfang an Entscheidungen (welches Musical sie spielen möchten, wer welche Rolle übernimmt, welche Lieder gesungen werden, wie das Bühnenbild gestaltet werden soll usw.) treffen. Dabei werden zudem Akzeptanz und Wertschätzung von Vielfalt, sowie Empathie, Respekt, Toleranz, Kommunikationsfähigkeit, Argumentationsfähigkeit und Teamfähigkeit gefördert. Die Einbindung neuer Medien bietet zudem Anlass, deren Nutzung kritisch zu hinterfragen und auf Gefahren im Internet, Cybermobbing usw. einzugehen. Die künstlerischen und musischen Elemente fördern außerdem die Kreativität der Kinder und stärken enorm ihr Selbstbewusstsein. Das gemeinsame Endprodukt wird das Gemeinschaftsgefühl als Schulgemeinschaft stärken und Inhalte lassen sich an diesem sicher nachhaltig wiederholen. Den Viertklässlern wird zudem noch die Möglichkeit gegeben, sich mit dem Musical eindrucksvoll verabschieden zu können.
In „The Show Must Go On“ nehmen die Schüler*innen der 1. – 4. Klasse, jeweils an zwei intensiven Workshop-Tagen am Projekt teil. In den Bereichen Musik, Bildende Kunst und Texten finden (13.06. – 05.07.22) an Montagen und Dienstagen Workshops statt. Die letzten Proben, die Aufführung und Präsentation (14.07.) werden dokumentiert, zu einem Clip auf DVD gepackt und vor den Sommerferien an die TN, Lehrkräfte und Multiplikatoren übergeben werden.

Projektablauf:

Allgemeine Vorbereitungsphase:
Vorbesprechungen mit den Projektbeteiligten
Vertiefung der Inhalte
Vorstellung des Projektes im Begleitausschuss

Vorbereitungsphase Juni:
Die Lehrkräfte, die Schulsozialarbeit und das Team der JugendKulturWerkstatt entwickeln gemeinsam die konkrete Vorgehensweise
Die Aufgaben im Projekt werden verteilt
Vorstellung des Projektes beim Elternabend

Hauptphase Juni, Juli:
Jede Klassenstufe wird an unterschiedlichen Wochen, jeweils an zwei intensiven Workshop-Tagen am Projekt teilnehmen. Zwei klassenübergreifende Aufbau- und Probentage und eine gemeinsame Aufführung und Präsentation wird folgen.

Methoden:
Kompakte Projekttage, Gruppenarbeit, Reflexion, Bildende Kunst-, Medien-, Text- und Musikworkshops

Nachbereitungsphase im Anschluss an die Präsentation:
Dokumentation der Workshops und der Aufführung in Form von Film, Foto und der Zusammenführung der erschienenen Presseartikel
Reflexion und Ausblick im Hinblick auf die Planung der Nachhaltigkeitsphase

Nachhaltigkeitsphase bis zu den Sommerferien 2022:
Die Thematik wird in den Klassen und regelmäßig im Klassenrat (eingeführt, falls noch nicht vorhanden) aufgegriffen und kann so zu kleinen Projekten führen und im Bewusstsein bleiben, auch in den nachfolgenden Klassenstufen. Zusätzlich werden alle verwendeten Arbeitsmaterialien für den theoretischen und praktischen Teil des Projektes den Lehrkräften zur Verfügung stehen

Gender Mainstreaming:
Anliegen und Erfahrungen von Mädchen ebenso wie die von Jungen werden in die Planung, Durchführung, Überwachung und Auswertung des Projektes einbezogen.

Diversity:
Wird als Menschenrechtsansatz, der vielfältige, komplexe Lebenslagen und Erfahrungen anerkennt und auf gleiche Teilhabechancen und Rechte abzielt beachtet.

Inklusiver Ansatz:
Ist Voraussetzung für Diversity Mainstreaming, welches jedem Menschen die Möglichkeit geben soll, sich an allen relevanten gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar unabhängig von individuellen Fähigkeiten, kultureller, ethnischer, wie sozialer Herkunft, Religion, Geschlecht oder Alter.

Für unser Projekt bedeutet dies, dass die Entwicklung, Organisation, Implementierung und Evaluierung von Entscheidungsprozessen, Beteiligungsformen und Maßnahmen so betrieben werden, dass in jedem Bereich und auf allen Ebenen die Ausgangsbedingungen und deren Auswirkungen für jede und jeden Einzelnen berücksichtigt werden.