3. Februar 2023

Dein TON beeinflusst dein TUN

Projekte 2021 > Dein TON beeinflusst dein TUN

Die Integrierte Gesamtschule Thaleischweiler-Fröschen wird von Mädchen und Jungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Strukturen, Bildungshintergründen, Nationalitäten, Religionen, Kulturen und Überzeugungen besucht. Diese Vielfältigkeit führt zur Bereicherung einer Klasse, es kann aber auch zu Problemen führen.
Seit einigen Jahren beobachten die Lehrkräfte, dass unsere Schülerinnen und Schüler verstärkt Schwierigkeiten haben, Verhaltensweisen, Äußerungen, Meinungen und teilweise auch das Aussehren ihrer Mitschüler zu akzeptieren.
Provokationen, Mobbing, Cybermobbing, Diskriminierungen, Vorurteile sowie verbale und/oder körperliche Auseinandersetzungen nehmen im Unterricht sowie in den Pausen zu.
Viele Mädchen und Jungen sind nicht in der Lage Konflikte adäquat zu lösen.
Etliche Schülerinnen und Schüler haben auch persönliche Probleme, was sich in ihrem Verhalten wiederspiegelt (aggressiv, zurückgezogen, Schulverweigerer…)
Durch die Durchführung eines Projektes im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“, soll der Entstehung von oben genannten Problemen entgegengewirkt werden. Bereits vorhandene Schwierigkeiten werden thematisiert und vielleicht sogar gelöst.
Die Inklusion bzw. Integration der Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Hintergründen spielt dabei eine wichtige Rolle.
Mit den geplanten Inhalten (künstlerische Aktivitäten) kann die Vielfalt der Kinder und Jugendlichen friedlich miteinander erlebt und kooperatives Miteinander entwickelt werden.
Bei anstehenden Entscheidungen können sie eigene Ideen und Ansichten einbringen.
Offen zu werden für andere Meinungen, Einstellungen, Verhaltensweisen sowie der Abbau von Vorurteilen sollen ebenfalls Bestandteile des Projektes werden. Durch das gemeinsame Arbeiten können die Mädchen und Jungen Toleranz und Wertschätzung üben und einen respektvollen Umgang lernen.

Die Entwicklung und Förderung von demokratischem Bewusstsein ist eine wichtige Aufgabe der Schule.
Doch Demokratie darf nicht nur Thema in Gesellschaftslehre-bzw. Sozialkundeunterricht oder in einigen Unterrichtseinheiten sein.
Aus diesem Grund nehmen wir schon seit 2017 am Bundesprogramm „Demokratie leben!“
teil. Dabei fanden Projekte mit dem IB Pirmasens („InterAct“, durchgeführt von Herrn Alan Brinza) und der Fachwirtin für Konfliktmanagement, Demokratie-und Zivilcourage, Frau Ina Gebhardt („Nicht mit mir“) statt.
Die Angebote der außerschulischen Partner wurden von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen und als wichtig empfunden. Auch das Kollegium der IGS Thaleischweiler-Fröschen empfand die Inhalte der Projekte als positive Bereicherung für die Teilnehmer.
Durch die Workshops entstehen Räume, in denen sich die Kinder und Jugendlichen intensiv mit dem Thema Demokratie beschäftigen und aktiv beteiligen können.

Mit dem Projekt wollen wir die Stärken und Kompetenzen von Jugendlichen hinsichtlich politischer Bildung und kreativ-künstlerischem Schaffens aktivieren. So soll die demokratische Mitverantwortung und Mitgestaltung der Gesellschaft gefördert werden. Das geplante Vorhaben vermittelt Fähigkeiten und Werte ebenso wie die Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen ein Gefühl für die gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit bekommen und gleichzeitig befähigt werden sich aktiv am Gestaltungsprozess für eine positive gesellschaftliche Entwicklung von Politik und Soziales einzusetzen. Um sie dazu zu befähigen, werden in diesem Projekt die gruppendynamischen Prozesse immer wieder mit den Teilnehmenden zusammen reflektiert. Im Speziellen wollen wir die Themen „Rassismus“ und „Vielfalt“ in den Fokus setzen. Es wird grundlegendes Wissen um demokratische Prozesse an soziale und ethische Werte gekoppelt und diese durch interaktive und kreative Methoden im gemeinsamen Miteinander erfahrbar und erlebbar gemacht. Die Kinder und Jugendlichen lernen so spielerisch durch das Kreieren eines gemeinsamen Songs, bzw. Erstellen eines Gemäldes, die Grundlagen für verantwortliches Handeln gegenüber Mitmenschen und ihrer eigenen Meinungsäußerung.

Weitere Projektziele sind:

Demokratieförderung
Kreativität und Selbstvertrauen stärken
Grundsteine für eine respektvolle Diskussionskultur legen
Wertschätzung und Respekt voreinander und im Miteinander
Vertrauen aufbauen
Empathie zeigen
Motorische Fähigkeiten stärken
Gruppendynamische Prozesse reflektieren, Klassengemeinschaft / Team Building stärken

Unser Projekt „Dein Ton beeinflusst dein Tun“ wollen wir in zwei Teile mit unterschiedlicher künstlerischer Ausrichtung, aufteilen.

Teil 1 wird jeweils am Montagnachmittag für 2 Schulstunden durchgeführt und setzt sich aus unterschiedlichen Inhalten in den Bereichen Musik und Bildende Kunst zusammen.

Teil 2 findet für eine Klasse jeweils an 2 Schultagen (6 Schulstunden) statt. Am Ende entsteht eine gemeinsame Kunstinstallation, für alle vier 8. Klassen.

Teil 1:

In Teil 1 des Projektes soll sich auf die Sparten Musik und Bildende Kunst konzentriert werden. Zunächst wird in der ersten Einheit ein Kennenlernen stattfinden. Erste Ideen und thematische Gedanken werden gesammelt. Aufbauend zu den Erfahrungen und Wünschen der Gruppe finden in einer nächsten Umsetzung die musikalischen Einheiten statt.

Aufbau Schreibwerkstatt/Songentwicklung:

  • Praktische Einführung in die professionelle Aufnahmetechnik
  • Grundlagen der Akustik.
  • Analoge und digitale Audiotechnik.
  • Beats am Computer Programmieren
  • Grundlagen des kreativen Schreibens (Methoden zur Ideensammlung, Schreibstrategien, Texte planen und umsetzen)
  • Merkmale Rapsongs und Grundlagen zum Verfassen eines Raps
  • Eigene Rapsongs planen und verfassen
  • Song arrangieren
  • Gesang aufnehmen
  • Instrumente aufnehmen
  • Schneiden der Takes
  • Richtcharakteristiken von Mikrofonen
  • Stereoaufnahmen
  • Mischen mit Kopfhörern
  • Dezibel (Lautstärke)
  • Fletcher-Munson-Kurve
  • Mischen der Songs
  • Mastering
    Aufbauend zu den Sounds der Thematik „Rassismus“ und „Vielfalt“ wird ein CD-Cover im Bereich der Bildenden Kunst entstehen.
  • Geschichte und Entstehung der Graffitikunst (New York 70er Jahre, weltweite Verbreitung bis heute)
  • Verantwortlichkeiten, Gefahren und Chancen des Graffitis
  • Zeichenübungen anhand versch. Schriftarten, Charakters etc.
  • Farblehre mit Acrylfarben
  • Entwickeln eigener Schriftarten
  • Ideensammlung und Zeichenübungen für eigene Graffitis
  • Farbstudie des eigenen Motivs
  • Eigenes Graffiti mit Acrylfarben auf Leinwand
  • Ideensammlung für ein Graffiti passend zum Track der Rap Werkstatt
  • Gemeinsame Umsetzung des Motivs auf einem Banner (Acryl auf Papier)

Am Ende der AG-Zeit werden alle Ergebnisse in den einzelnen Workshops zusammengeführt und die Teilnehmenden können am Ende ihre eigen entwickelte CD in Händen halten.

Teil 2:

In Teil 2 des Projektes arbeitet das Dozententeam der JuKuWe mit allen 8. Klassen im Bereich der Bildenden Kunst / Bühnenbau. Zu unserem Thema wird jede Klasse eine Kunstinstallation entwickeln. Die Ergebnisse aller 4 Klassen können dann zu einem gemeinsamen großen Kunstwerk am Ende zusammengeführt werden.

Tag 1

Diskriminierungsformen, Entstehung von diskriminierender Alltagssprache/Vorurteilen und deren Auswirkungen
Nach einem kurzen Kennenlernen wird in die Thematik des Projekts eingeführt. Anhand von vorbereiteten Beispielen aus verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, werden die Begrifflichkeiten im Hinblick auf Diskriminierung und Rassismus diskutiert. Wichtig ist auch das Aufgreifen von Beispielen der Jugendlichen selbst, um direkt an deren Lebenswelt anknüpfen zu können.
Meinungsäußerung und -bildung, Diskussionskultur in demokratischen Prozessen
Gerade im privaten, beruflichen, schulischen, aber auch natürlich politischen Bereich sind überall demokratische Werte und Prozesse zu finden. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt und deutlich. Oft sind sich gerade Jugendliche dessen nicht bewusst. Es findet eine erste kreative Auseinandersetzung mit Sprache statt. bzw. erste Ideen, Vorschläge, Wünsche für die kreative Umsetzung werden gesammelt.

Tag 2

Workshops in Bildende Kunst und Bauen/Werken (Graffiti designen, bauen der Installationen)
Die Jugendliche lernen, dass demokratische Entscheidungsverfahren möglichst fair sein müssen. Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern, ohne Angst haben zu müssen, dafür ausgelacht oder sogar bedroht zu werden; jeder hat Respekt gegenüber dem anderen; man hört sich gegenseitig zu und lässt sich ausreden; man nimmt den anderen ernst in dem, was er sagt. Jeder Betroffene hat eine Stimme. Dies wird im Findungs- und Gestaltungsprozess einer gemeinsamen Umsetzungsidee besonders spürbar und deutlich. In dieser Einheit entwickeln die Jugendlichen kleine Einzelkunstwerke, die dann in ein gemeinsames zusammengesetzt werden. Die Leinwand für die Installation wird im Workshop-Modul Werken zusammen mit den Jugendlichen geplant und schlussendlich aus Holz zusammengebaut.
Methoden: Gruppenarbeit, Diskussion im Plenum, Mund-Mapping, Reflektion, handwerkliche Kompetenz, Graffiti, Acrylmalerei, gruppendynamische Übungen

Umsetzung unter Pandemiebedingungen

Das Projekt ist auch unter Pandemiebedingungen unter Beachtung des aktuellen Hygieneplans für Schulen (AHA) möglich. Allerdings müssen dafür eventuell Klassen in zwei Gruppen aufgeteilt werden, um den Mindestabstand einhalten zu können.
Da es sich um ein praktisch orientiertes Projekt handelt, ist eine digitale Umsetzung in nur wenigen Teilbereichen beispielsweise mit Hilfe von Videokonferenzen möglich.

Projektablauf:

Allgemeine Vorbereitungsphase:

Vorbesprechungen mit den Projektbeteiligten
Vertiefung der Inhalte
Vorstellung des Projektes im Begleitausschuss

Vorbereitungsphase Januar:

Die Lehrpersonen und das Team der JugendKulturWerkstatt entwickeln gemeinsam die konkrete Vorgehensweise.
Die Aufgaben im Projekt werden verteilt.

Hauptphase Februar – November:

Workshop Einheiten in den Bereichen Bildende Kunst und Musik.

Nachbereitungsphase November/Dezember:

Dokumentation der Workshops in Form Foto und der Zusammenführung der erschienen Presseartikel
Reflexion und Ausblick im Hinblick auf die Planung der Nachhaltigkeitsphase

Gender Mainstreaming:
Anliegen und Erfahrungen von Mädchen ebenso wie die von Jungen werden in die Planung, Durchführung, Überwachung und Auswertung des Projektes einbezogen.

Diversity:
Wird als Menschenrechtsansatz, der vielfältige, komplexe Lebenslagen und Erfahrungen anerkennt und auf gleiche Teilhabechancen und Rechte abzielt beachtet.

Inklusiver Ansatz:
Genderbewusstsein und Gendersensibilität sind wesentliche Elemente von Fachlichkeit in den Handlungs- und Arbeitsfeldern von IB und Schulen. Genderspezifische Arbeit setzt an den Ressourcen und Stärken der Teilnehmer an und fördert die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen, vielfältigen Erfahrungsmustern jenseits von Geschlechterstereotypen. Unsere Teilnehmer sollen unabhängig von ihrem persönlichen, kulturellen, sozioökonomischen und Bildungshintergrund zu politischer und gesellschaftlicher Teilhabe befähigt werden. Unser Ziel ist, im Rahmen des Diversity Managements ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeitenden und Teilnehmenden sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und Identität. Wir fühlen uns in diesem Projekt dazu verpflichtet, ein Klima der Akzeptanz und des gegenseitigen vorurteilsfreien Vertrauens zu schaffen.