3. Februar 2023

Natürlich Kinderrechte schützen!

Recht auf Bildung, Beteiligung, Spiel, Freizeit und Erholung
im Landkreis stärken

Projekte 2021 > Natürlich Kinderrechte schützen

Im Kinderreport 2020 vom Deutschen Kinderhilfswerk geht deutlich hervor, dass sich die Kinder in Deutschland mehr Möglichkeiten zum Spielen im Freien und in der Natur wünschen. Vor dem Hintergrund der Corona-Einschränkungen entfalteten die Ergebnisse des Kinderreports 2020 eine noch viel höhere Relevanz: sie sind als direkter Handlungsauftrag für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu verstehen, wenn es darum geht das Draußenspiel von Kinder zu erleichtern und zu fördern. Nötig seien laut der Beurteilung des Kinderreports dafür u.a. mehr Spielorte in Wohnungsnähe und eine bessere Erreichbarkeit von Spielflächen. Im aktuellen Kinderreport werden dafür unter anderen die kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen, sichere Radwege sowie mehr grüne Wegeverbindungen vorgeschlagen.

Zudem sind in diesem Zusammenhang mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für junge Menschen nötig. Es müssten die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen bei der Stadt- und Raumplanung sowie der Verkehrsplanung stärker berücksichtigt werden. Somit erfährt die politische Forderung auf die Einhaltung des Rechts auf Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland eine Stärkung.
Hier möchte das vorliegende Projekt das Recht von Kindern auf Beteiligung im Landkreis Südwestpfalz stärken, indem wir zusammen mit den Kindern diesen Prozess anhand dieser Fragen partizipativ beschreiten und begleiten:

Wie ergeht es den Kindern mit und ohne Beeinträchtigung in unserem Landkreis? Welche Möglichkeiten wünschen sich unsere Kinder zum Spielen im Freien und in der Natur in ihrem direkten Lebensumfeld? Das hier vorliegende Projekt versucht konkrete Antworten im Primärbereich durch die Verknüpfung von Outdoor-Erfahrung, der Waldpädagogik und mit partizipativen Methoden zu finden, die als inklusives Beteiligungsformat aufbereitet den lokalen politischen Vertretern übermittelt werden sollen.

Es ist geplant mit drei Grundschulen im Landkreis (je eine Regel- und eine Förderschulen) im vorliegenden Projekt zusammenzuarbeiten. Anvisiert ist ebenso, dass die teilnehmenden Kinder in den Klassenstufen 1 oder 2 bzw. in der Unterstufe sind. Mit jeder der drei teilnehmenden Schulen sollen drei Einheiten á 3 Zeitstunden zu den Themen „Spiel, Freizeit und Erholung“ und „Beteiligung“ sowohl Indoor als auch Outdoor gearbeitet werden. Für die Outdoor-Einheiten wird jeweils ein nahegelegtes Waldstück ausgewählt als auch eine freie Wiese, da diese beiden Naturräume als „Spielräume“ mit unterschiedlichen Möglichkeiten zum Spielen, zum Anlegen und Ausbauen von weiteren Spiel- und Erfahrungsbereiche begriffen werden. Ebenso spielt hier die Erreichbarkeit dieser „Spielräume“ durch die Kinder eine wichtige Rolle. All diese Einheiten führen dazu, dass es am Ende eine Auflistung von Wünschen und Vorstellungen aller Kinder geben wird, was sie für mehr Draußenspielen benötigen. Diese Auflistung wird künstlerisch von den Kindern ausgestaltet (z.B. als große Schriftrolle oder als Holztafel) und offiziell an die politisch relevanten Entscheidungsträger übergeben werden, in der Hoffnung, dass wir so das Recht der Kinder auf Beteiligung und die Einbeziehung der Bedürfnisse der Kinder und ihrem Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung übermitteln können.

Vorgehensweise:

Januar bis März 2021:

Organisation des Projektes und Strukturierung der Lerninhalte
Kooperierende Grundschulen im Landkreis identifizieren
Vorstellung der Projektidee bei Kooperationspartnern und Einbeziehung deren Feedback und Anregungen in die weitere Planung und Durchführung
Partizipative Planung des Projektes zusammen mit den Lehrkräften und Team

April – Juli:

Durchführung des Projektes an den teilnehmenden Grundschulen im Landkreis

September – November:

Weiterführung der Durchführung des Projektes an teilnehmenden Grundschule
Zusammenführen der Wünsche und Anregungen aller teilnehmenden Kinder der Grundschulen
Übergabe an die politischen Entscheidungsträger
Projektabschluss und Evaluation

Dezember:

Gesamt-Evaluation
Erstellung Abschlussbericht und Dokumentation
Erstellung des Verwendungsnachweis (sachlich als auch rechnerisch)

Methoden:

Einzelarbeit & Gruppenarbeit
Interview- und Abfragetechniken
Zeichnen, Malen, Werken
Verortungen im Raum
Sozio-geometrische Aufstellungen
Zukunftswerkstatt / World Café
Feedback-Methoden

Gender Mainstreaming:

Die Anliegen und Erfahrungen von Mädchen/Frauen ebenso wie die von Jungen/Männern, werden in die Planung, Durchführung, das Monitoring und die Auswertung des hier vorliegenden Projektes selbstverständlich einbezogen. Es wird darauf geachtet Frauen/Mädchen als auch Männer/Jungen möglichst analog zur Gesellschaftsstruktur des Landkreises zu erreichen.

Inklusiver Ansatz:

Das Projekt fördert Inklusion als Voraussetzung für Diversity Mainstreaming indem es jedem Menschen die Möglichkeit gibt sich auf seine Weise zu beteiligen und dies unabhängig von seinen individuellen Fähigkeiten, kultureller, ethnischer sowie sozialer Herkunft, Religion, Geschlecht oder Alter.

Diversity Mainstreaming:

Im Diversity Mainstreaming verfolgen wir den Ansatz, dass wir auf gleiche Teilhabechancen und Rechte eines jeden Individuums abzielen und erkennen alle heterogenen Lebenslagen und Erfahrungen gleichermaßen an. Dies spiegelt sich auch in der Art der Beteiligung am Projekt, da die methodische und didaktische Herangehensweisen interaktiv, kreativ und offen sind und die Formate sich an den Fähigkeiten der Menschen orientieren werden.

Umsetzung unter Pandemieauflagen:

Die Veranstaltungsreihe kann ganz im Outdoor-Bereich durchgeführt werden an der frischen Luft. Somit können striktere Pandemieauflagen (Abstand / Mundschutz etc.) aufgefangen und integriert werden.

Digitale Umsetzung möglich:

Die digitale Umsetzung wäre in diesem Fall auch möglich (Zoom, Break-Out Rooms, Walls zur Abfrage von Wünschen / Malen / Gestalten oder Wünsche aufzuschreiben, aber auch Pausen draußen im Freien nutzen und sich überlegen, was man sich zum Spielen in der Natur wünscht), setzt jedoch voraus, dass die digitalen Möglichkeiten in der Schule vorhanden sind.